Vor einigen Monaten durfte ich bereits den 7 Zoller Kobo Arc testen und war mit dem Gerät insgesamt zufrieden. Nun vertraute man mir das Kobo Arc 10HD für zwei Wochen lang an, in denen ich mir eine gute Meinung über das Tablet bilden konnte. Die Stärken und Schwächen des 10 Zoll Gerätes könnt ihr jetzt nachlesen. 

Optik & Haptik

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Die Vorderseite des Arc 10HD ist unspektakulär und weist das gängige Design in dieser Techniksparte auf – ein schwarzer Rand rund um das Display. Abgesehen davon findet man dort nur noch die 1,3 Megapixel Kamera vor, die für Videotelefonie gut geeignet ist. An den Rändern befinden sich ein Micro-USB-, Micro-HDMI-Anschluss, Kopfhörerbuchse, Lautstärkewippe und ein “Power-Schieber”, anstatt eines klassischen Knopfes. Bei 172 × 253 × 9mm und 627g Gewicht kann das Gerät auf Dauer etwas auf die Arme gehen, worauf ich aber später beim Praxistest etwas genauer eingehen werde.

Mit der matten Rückseite und dem “Diamanten-Look” kann sich das Kobo leicht von der Konkurrenz abheben, wobei der Benutzer wahrscheinlich eher selten auf die Rückseite schauen wird. Wichtig ist, dass das Tablet gut in der Hand liegt, was es bis auf eine Ausnahme auch macht. Stützte ich es beispielsweise mit den unteren Kanten auf meine Handflächen, bohrten sich diese unangenehm in meine Hand.
Zusammengefasst: sieht gut aus, fühlt sich gut an und liegt (abgesehen vom Gewicht und den unteren Kanten) auch gut in der Hand.

 

Technische Daten

Nachdem ich ein paar Worte über das Aussehen verloren habe, schauen wir uns einmal das Datenblatt des Arc 10HD an:

  • Display: 10 Zoll; 1.600×2.560 (300 ppi)
  • Prozessor: Nvidia Tegra 4; 1,80 GHz (4 Kerne)
  • RAM: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB
  • Kamera: Front; 1,3 MP, 720p
  • Schnittstellen: WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, Micro-USB 2.0, Micro-HDMI
  • Betriebssystem: Android 4.2.2

Das Innenleben sorgte bei meinem Testbericht für eine flüssige und schöne Performance, was man bei einem Preis von knapp 375€ (Amazon) auch erwarten kann. Schade allerdings, dass dieses Tablet (was meiner Meinung nach nicht nur für das Bücherlesen gedacht / geeignet ist) nicht via microSD erweiterbar ist.

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Praxistest

Der wohl wichtigste Teil wenn es darum geht, Smartphones oder Tablets zu testen. Was interessieren einen Zahlen und Aussehen, wenn sich das Stück Technik nicht anständig bedienen lässt.

Multimedia

Ein 10 Zoll Tablet mit einer guten Auflösung eignet sich perfekt zum genießen von HD Videos. Hier konnte das Kobo auf voller Linie überzeugen, auch wenn man sich mit nur 16 GB internen Speicher begnügen muss. Gewünschte Inhalte können dank dem Micro-HDMI Anschluss direkt an einen Fernseher übertragen werden. Der Akku war in diesem Bereich ausdauernd, was ich leider nicht über den ganzen Test hinaus bezeugen kann. Da viele Nutzer auch mal ab und zu eine Runde zocken möchten, beschäftigte auch ich mich diversen Spielen wie FIFA 14, einem Rennspiel (Name ist mir leider entfallen) und anderen Titeln. FIFA 14 ist natürlich etwas anspruchsvoller, aber auch die anderen Anwendungen haben fleißig an dem Akku gesaugt.
Die Frontkamera kann man nicht wirklich für Schnappschüsse einsetzen. Die Bilder sind qualitativ nicht hochwertig und die Bemühung das Tablet hinzudrehen sehen bekloppt aus. Dennoch ist die Linse nicht vollständig nutzlos. Bei Skype-Gesprächen war ich von der Qualität wirklich überrascht. Das Bild war knackig und für Videotelefonie mehr als ausreichend.

Zusammengefasst: Videos, sei es auf YouTube oder auf dem internen Speicher, sind ein Genuss. Schnelle Leerung des Akkus während dem Spielen gibt leichte Abzüge. Frontkamera für Videotelefonie sehr geeignet.

Lesen

IMG_2994Mit dem hauseigenen Store für Bücher und Magazine wird dem Besitzer eine breite Palette an virtuellem Papier geliefert. Auch bei dunkler Umgebung konnte ich keine Beschwerden feststellen, was meine Augen anbelangte. Nichtsdestotrotz spiegelt das Display schnell, selbst wenn es nur bewölkt ist. Schade, wenn man das Arc 10HD im Sommer mit raus nehmen möchte und ein paar Bücher in der Natur genießen möchte. Vorteil gegenüber eines Tablets von Amazon: der User ist nicht nur auf den Kobo Store beschränkt, sondern kann sich an der gesamten Vielfalt von Android und dem Google Play Store erfreuen.
Natürlich rückt mit der vorgegeben Anpassung des Tablets Kobo seine eigene Bibliothek in den Vordergrund und bietet schnellen und einfachen Zugriff auf sein Angebot, welches der Nutzer noch anpassen kann. So befindetnsich rechts neben dem Hauptbildschirm kleine Archive, die individuell eingerichtet werden können. Dort finden nicht nur Bücher, sondern auch Apps und Websites Platz. Erwähnenswert ist bei diesem Thema noch der Lesemodus, der den Akku schont und für längeren Lesespaß sorgt.

Zusammengefasst: Viel Auswahlmöglichkeiten durch Android. Das Einrichten von Archiven mit den Lieblingsanwendungen, -büchern geht sehr schnell und einfach. Das Display spiegelt leider schnell, weshalb ich in dieser Kategorie eher zu “dem kleinen Bruder” greifen würde.

 

Fazit

Mir gefällt, wie Kobo eine bestimmte Richtung der Aufmachung vorgibt, auch wenn das sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Der Nutzer bekommt einen bequemen Zugriff zu seiner virtuellen Bücherregal und hat jede Menge Auswahl. Allerdings schwächelt das gute Stück wenn es an das Display und der Benutzung unter freiem Himmel geht. Die Akkulaufzeit würde ich trotz der kleinen Ausrutscher als positiv bewerten. Während meinem gut zweiwöchigen Test musste ich (Tablet kam mit ca. 50% Akkuladestand an) nur einmal richtig voll laden. Während dem Test war WLAN durchgängig aktiviert. Wer hauptsächlich Lesen möchte und nur ab und zu spielen will, sollte lieber zu dem Arc greifen, auf dem man ebenfalls wunderbar multimedialen Inhalt für Zwischendurch genießen kann. Für Couchsurfer kann ich ansonsten das Arc 10HD empfehlen, da alltägliche “Arbeiten” wie Surfen oder das Checken von sozialen Netzwerken flott geht und gut aussieht.

Vielen Dank an Kobo für das Bereitstellen eines Testexemplars.

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